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Schulassistenz

1. Allgemeines

 

Die Grundschule Heidgraben ist seit dem 01.08.2013 eine Offene Ganztagsschule. Schulträger ist die Gemeinde Heidgraben. Derzeit besuchen 128 Kinder die Grundschule. Davon nehmen 96 Kinder am Angebot des Offenen Ganztags teil.


Im Rahmen einer inklusiven Schule gehört eine multiprofessionelle Ausstattung als fester Bestandteil zur Schule. Diese Ausstattung wird in erster Linie durch ein multiprofessionelles Team geprägt. Dieses Team besteht aus Lehrkräften, Sonderpädagogen und einer Schulsozialarbeiterin. Ergänzend dazu wird seit dem 01.01.2016 eine Erzieherin als Schulische Assistenzkraft an der Grundschule Heidgraben beschäftigt. In Zusammenarbeit mit den anderen pädagogischen Instanzen trägt die Assistenzkraft zur Erreichung der pädagogischen Ziele im Sinne von § 4 SchulG bei. Im Fokus stehen dabei die Verbesserung der Lernbedingungen für alle Kinder in einer Klasse sowie die Entlastung der Lehrkräfte.


Das Bildungsministerium von Schleswig-Holstein baut die Schulische Assistenz an Grundschulen auf, da sich diese Schulform durch eine besonders heterogene Schülerschaft auszeichnet. Außerdem stehen die Schüler hier am Beginn ihrer schulischen Laufbahn und müssen sich neuen emotionalen und sozialen Anforderungen stellen. Durch die Hilfe und Unterstützung der Schulischen Assistenzkräfte lassen sich diese Aufgaben von den Kindern besser bewältigen und der Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule wird erleichtert. Die präventive Arbeit der Schule kann dadurch wirksamer gestaltet werden.

 

2. Rahmenbedingungen

Die Schulische Assistenz an der Grundschule Heidgraben wird durch die Erzieherin und Koordinatorin des Offenen Ganztags übernommen. Diese Verknüpfung bietet optimale Bedingungen bei der Durchführung der Assistenz. Die Schüler sind der Schulassistentin durch ihre Tätigkeit im Ganztag bereits bekannt. Außerdem mussten sich die Schüler nicht an eine neue Mitarbeiterin gewöhnen. Das Vertrauensverhältnis zwischen den Schülern und der Schulassistentin war dadurch von Anfang an vorhanden.


Auch in anderen Bereichen hat sich diese Verknüpfung als hilfreich erwiesen. Die Schulassistentin hat den Blick auf die Kinder in unterschiedlichen Situationen. Sie erlebt die Kinder sowohl im Unterricht als auch im Freizeitbereich. Gerade bei Schülern mit Defiziten auf der sozial-emotionalen Ebene ist dies ein Vorteil, da das Verhalten sehr unterschiedlich sein kann.


Ferner besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Schulassistentin und der Schulsozialarbeiterin. In den Zeiten, in welchen die Schulsozialarbeiterin nicht in der Schule anwesend ist, kann die Schulassistentin durch ihre unterstützenden Tätigkeiten und durch ihre Einbindung in die Teamstruktur einen Ausgleich herstellen. Dazu gehört auch ein regelmäßiger und intensiver Gesprächsaustausch zwischen Schulassistentin und Schulsozialarbeiterin.


Gleichzeitig wird aber durch klare Aufgabenstrukturen die Abgrenzung zwischen den beiden Tätigkeitsfeldern deutlich umrissen. Feste Angebote der Schulsozialarbeiterin wie z.B. Präventionsstunden für das soziale Miteinander, Gespräche mit den Klassensprechern oder die Planung und Durchführung spezieller Klassenaktivitäten („Klassenküche“) werden nicht vertretungsweise von der Schulassistentin übernommen. Die Abgrenzung zwischen Assistenz und Sozialarbeit wird dadurch klar gezogen.


3. Aufgaben

 

Zurzeit bestehen die Aufgaben der Schulassistentin schwerpunktmäßig in der Unterstützung sowohl der Schülerinnen und Schüler in Einzel- oder Kleingruppenarbeit bezogen auf den Lernstoff, bei der Arbeitsorganisation einzelner Kinder, Beziehungsarbeit mit einzelnen Kindern, der Klassenraumorganisation und –gestaltung als auch der Unterstützung im Sportunterricht beim z.B. Auf- und Abbau.


In Zukunft kann die Arbeit der Schulassistentin auch darin bestehen, eine Entspannungszeit für die Kinder in den Pausen einzurichten oder/und die Planung einer Auszeit für Kinder, die einer besonderen Konzentrationsförderung bedürfen.

 

4. Zeiteinteilung

 

Die Zeiteinteilung der Schulischen Assistenz an der Grundschule Heidgraben ist so konzipiert, dass die Assistenzkraft an 4 Tagen jeweils für 2-3 Unterrichtsstunden in den Klassen anwesend ist. Vor und nach der Unterrichtszeit bleibt Raum für die Vor- bzw. Nachbereitung. Diese Zeit wird sowohl für die Vorbereitung von Projekten genutzt, als auch zum Erstellen von Gesprächsprotokollen, für Gespräche mit Eltern oder der Schulleitung oder als Kooperationszeit mit der Schulsozialarbeiterin. In einem Stundenplan ist festgelegt, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten die Assistentin in welcher Klasse ist. Dies kann je nach Bedarf jedoch individuell an die Bedürfnisse der Schule bzw. der Lehrkräfte geändert werden. An jedem der 4 Tage gibt es eine speziell eingerichtete Kindersprechzeit, welche immer zu Beginn der fünften Unterrichtsstunde für 15 Minuten stattfindet. In dieser Zeit haben die Kinder die Möglichkeit, akute Probleme oder Streitsituationen mit der Schulassistentin zu besprechen. Gleichzeitig kann die Assistentin bestimmte Schüler während dieser Zeit zum Gespräch bitten, die durch ihr Verhalten in einer Art auffällig geworden sind, welche Gesprächsbedarf erfordert. Dies geschieht immer in Absprache mit den Lehrkräften und/oder der Schulleitung.

 

5. Möglichkeiten in der Schule

 

Der Kontakt zum und mit dem Kind ist der wichtigste Aspekt der Schulassistenz. Dafür sind Rückzugsräume für Gespräche ebenso wichtig, wie diverse Möglichkeiten zum Spielen oder für sonstige Aktivitäten, um Spannungen beim Kind abzubauen und um eine Vertrauensebene zu schaffen.


Die Grundschule Heidgraben bietet dafür schon vielfältige Möglichkeiten, welche regelmäßig ergänzt und erneuert werden.


Diese Möglichkeiten sind z.B.:

  • Klassenräume, welche fast alle mit einem Nebenraum ausgestattet sind. Dadurch ist die Arbeit mit Kleingruppen oder auch mit einzelnen Schülern problemlos möglich.
  • Nischen im Flur des Altbaus, die mit einem gut sortierten Sortiment an Gesellschaftsspielen ausgestattet sind. In diesen Nischen kann ebenfalls mit Kleingruppen gearbeitet werden, außerdem gibt es dort aber auch die Möglichkeit, Schülern im Spiel zu ihrem sozialen Gleichgewicht zu verhelfen.
  • Der Schulhof, der mit diversen Spiel- und Klettermöglichkeiten ausgestattet ist und außerdem durch einen Basketballkorb und ein Fußballtor auch Raum zum Ballspielen bietet.
  • In der Pausenhalle aufgestellte Tischkicker, um beim Spiel die Konzentrationsfähigkeit für den noch anstehenden Unterricht zu stärken.
  • Ein Trampolin, um Kindern durch die Bewegung einen Ausgleich zu ermöglichen.

 

In Planung sind außerdem ein Boxsack zum Abbau von Spannungen und Aggressionen sowie Erweiterungen des Außenspielbereiches auf dem Schulhof.

 

Für Elterngespräche, die von der Schulassistentin angeboten werden, können ebenfalls die Nebenräume der Klassenräume genutzt werden. Dies ist wichtig, da ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern eine der obersten Prioritäten der Schulassistenz ist.